Artischocken, ein beliebtes Gemüse in der italienischen Küche

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Sie in Ihrer Lieblings-Trattoria immer wieder Gerichte mit Artischocken auf der Karte finden, einem Gemüse, das in der heimischen Küche nur wenig Verwendung findet?

Rund um das Mittelmeer und somit auch in Italien sind Artischocken in ihren unterschiedlichen Farben und Formen schon seit der Antike ein fester Bestandteil der italienischen Küche. Im alten Rom zählten sie neben dem Spargel zu den edelsten Gemüsesorten und waren eine begehrte Spezialität. Angebaut wurden die ersten Artischocken im großen Stil von den Etruskern, was durch Wandmalereien in etruskischen Gräbern belegt ist.

Nachdem das römische Imperium zusammengebrochen war, geriet das Distelartige Gemüse mit seinem essbaren delikaten Blüten etwas in Vergessenheit und wurde erst in der Renaissance wiederentdeckt. In dieser Zeit trat es von Italien aus auch seinen Siegeszug nach Frankreich an. In nördlichen Ländern wie Deutschland konnte es sich die Artischocke nie wirklich durchsetzen, obwohl die Deutschen beim Italiener durchaus gerne Artischocken-Gerichte verzehren.

Die Artischocke ist einerseits aufgrund ihres feinherben, zartbitteren Geschmacks, der in leichten Nuancen an Sellerie mit Haselnussnote erinnert in der italienischen Küche sehr beliebt. Man schätzt auch ihre gesunde Wirkung, denn der in den Blättern enthaltene Wirkstoff Cynarin regt die Leber und Galle an und schützt den Körper.

Die Artischocken küchenfertig zu machen, ist mit etwas Arbeit verbunden. Zuerst müssen die äußeren holzigen Blätter und die harten Spitzen der übrigen Blätter entfernt werden. Den Stiel muss man auf rund 6 cm kürzen und schälen, dann erst bleibt das weiche und genießbare Herz der Artischocken übrig. Da sich die Schnittflächen leicht verfärben, sollte man sie mit Zitronensaft einreiben.

Zur Weiterverarbeitung können die Artischockenherzen im Ganzen oder halbiert entweder in Salzwasser gekocht werden oder in Olivenöl langsam gebraten werden. Frische Artischocken haben wenig mit den Konserven-Artischocken zu tun, die häufig auf der Pizza eingesetzt werden.

Beim nächsten Besuch in Ihrer Lieblingstrattoria, sollten Sie sich unbedingt ein Artischockengericht gönnen!