Brot gehört immer auf den Tisch

In fast jeder italienischen Trattoria werden Sie einen Brotkorb oder zumindest dünne Grissinistangen auf de Tisch finden, ganz gemäß dem italienischen Sprichwort “Senza il panoe tutto devento orfano”, was soviel heißt wie “Ohne Brot ist jede Speise nur eine halbe Sache.”

Für Nicht-Italiener scheint es oft so, als ob Italiener das Weißbrot rund um die Uhr in reichlichen Mengen essen würden. Dem ist natürlich nicht so, aber dennoch darf ein Stückchen Brot zu keiner Mahlzeit bei den Italienern fehlen.

Das Brot gehörte schon in der Antike zu den Grundnahrungsmitteln der Italiener. Bereits bei den Römern war das Bäckerhandwerk ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig. Im alten Rom, 100 Jahre vor Christus, gab es bereits über 150 Bäcker und Bäckerschulen. Im römischen Kaiserreich hatte man schnell erkannt, dass man das Volk mit “panem et circenses” (Brot und Spielen) für eine gewisse Zeit zufriedenstellen kann.

Eines der ältesten Brotsorten ist das Pane die Padua, das sogar noch heute in der Provinz Salerno aus einer Mischung von Hartweizengrieß und Weichweizenmehl hergestellt wird. Wer durch Italien reist, wird feststellen, dass jede Region seine eigene Brotspezialität hat. Auch in deutschen Trattorien gibt es oft authentisch italienisches Brot, das die Besitzer oft entsprechend ihrer Wurzeln hierzulande selbst backen.

Auch die weltweit populäre Pizza verdankt ihr Dasein der großen italienischen Affinität zu Brot.

Im teilweise sehr armen und dennoch kulinarisch anspruchsvollen Italien waren die Hausfrauen und Köche ständig gefragt, aus wenigen einfachen Zutaten ein schmackhaftes und sättigendes Gericht zu zaubern. Brot war das Grundnahrungsmittel schlechthin und so kam man auf die Idee, dünne Fladen vom Weißbrotteig auszurollen und diese mit der ebenfalls immer verfügbaren Tomatensauce zu bestreichen beziehungsweise mit Tomaten zu belegen.

Das war der Ursprung der Pizza Margherita in Italien. Später wurde die Pizza mit allen möglichen verfügbaren Zutaten belegt, was den ursprünglichen Brotfladen in der ganzen Welt so bekannt und beliebt machte.