Der Grappa, für viele ein Muss in der Trattoria

Für viele gehört zum Abrunden eines italienischen Mahls in einer Trattoria ein Glas Grappa und ein Espresso, Grund genug, uns mit dem italienischen Schnaps einmal genauer auseinander zu setzen.

Der Grappa wird aus den Trestern, den Traubenrückständen aus der Weinproduktion, destilliert und wird von vielen als die absolute Königsdisziplin in der Destillationskunst gesehen. Obwohl der Grappa seinen Ursprung in der Resteverwertung hat, also der Kunst aus scheinbar Nutzlosem noch etwas Kunstvolles zu zaubern, ist der Grappa zu dem Inbegriff für edle Brände geworden.

Schon ab dem 11. Jahrhundert wurden Brände aus Trauben gebrannt, die sogenannten Weinbrände. Beim Grappa werden allerdings die Weintrauben, die für die Weinproduktion ohnehin nur zu rund 70 % ausgepresst werden, nochmals eingemischt, um sie anschließend zu destillieren. Das Ergebnis ist zu einem Volksgetränk in Italien geworden und mittlerweile auch hierzulande sehr beliebt.

Im 15. Jahrhundert wurde der Grappa erstmals urkundlich erwähnt. Nachdem auch Bauern erlaubt wurde, Grappa für den Eigenbedarf herzustellen, war diese Spirituose ursprünglich als Arme-Leute-Schnaps bekannt.

Erst als sich ambitionierte Erzeuger in der Mitte des 20. Jahrhunderts große Mühe gaben, die Destillation von Tresterschnaps auf ein hohes Niveau zu heben wurde der Grappa zu einer edlen Spirituose. Dafür kam es den Brennereien auch zu Gute, dass auch in der Weinherstellung eine deutliche Qualitätssteigerung eintrat, die ein gutes Ausgangsprodukt für den Grappa lieferte.

Heute hat in Italien fast jede Region ihren eigenen Grappa, der oft rein angeboten wird. Qualitäts- und Geschmackssteigerungen wurden auch durch ein mehrmaliges Brennen oder durch die Lagerung in einem Holzfass erzielt.

Im Geschmack lebt der Grappa ganz von seinen Fruchtaromen, daher wird für die Herstellung ein möglichst frischer Trester verwendet. Im Mund sollte der Grappa letztendlich kräftig, weich und fruchtig im Geschmack sein und trotz seines starken Charakters den Gaumen umschmeicheln.

Die meisten Grappasorten sind klar, hell und farblos, durch die Lagerung im Holzfass kann er aber auch Bernsteintöne annehmen.