Die “italienischen Küchen-Wurzeln” wurden überraschenderweise von der altgriechischen, etruskischen, byzantinischen, arabischen, jüdischen aber auch der altrömischen Küche beeinflusst und gehen auf das vierte Jahrhundert v. Chr. zurück.

Vor vielen Jahrhunderten entstanden die „Osterie“ und die „Trattorie“, die man am besten mit unseren deutschen „Raststätten“ und „Gaststätten“ vergleichen kann. Hauptsächlich fand man diese entlang der Kommunikationswege (z. B. Straßen oder Eisenbahnlinien in Bahnhofsnähe) oder in der Nähe großer Fabrikanlagen. Besonders bei Arbeitern fanden diese beliebten Treffpunkte vor und nach der Schicht großen Anklang.

Trattoria leitet sich übrigens von dem italienischen Wort “trattore” (Zubereiter) ab.

In einer Trattoria (wobei die Betonung auf dem i liegt), also einer Art kleiner, italienischer Gaststätte, werden einfache Speisen angeboten. Besonders ausgeprägt (im Gegensatz zu einem Restaurant) ist in dieser Form der Gaststätte die familiäre Atmosphäre. Trattorien findet man typischerweise in den ländlichen Gegenden Italiens. Oft findet man Trattorien, die nur eine geringe Auswahl (oder nur ein einfaches Gericht) für die Mittagszeit anbieten und abends gänzlich geschlossen bleiben. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch preislich anspruchsvollere und sehr gute Trattorien, die mehr einem Restaurant ähneln. Nur durch die etwas familiärere Atmosphäre unterscheiden sie sich und zählen daher zu den Trattorien. Anders als in Deutschland, wo man in einer Trattoria immer auch Pizzen findet, sucht man diese in Italien meist vergebens.

In den 70er Jahren sorgte das Wirtschaftswunder vorübergehend zur Schließung einiger dieser Traditionsgaststätten, da nur noch Studenten und Leute aus einfachen Verhältnissen am Besuch der Trattorie und Osterie interessiert waren. Heutzutage erlebt das Konzept der einfachen, familiären Gastronomie allerdings wieder einen Aufschwung. Typische rot-weiß karierte Tischdecken, vernünftige Preise, einfache, lokale Küche in lockerer Atmosphäre; wer kann dazu schon nein sagen.

Mit etwas Glück findet man eine der neueröffneten Trattorie, denen es gelungen ist, den alten Geist einzufangen und damit das Traditionsgefühl wiederzubeleben. In dem Fall bleibt dann nur noch eines zu wünschen: Buon appetito!